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Ratgeber

Wer Bandmitglieder sucht, nennt im Gesuch Ort, Probezeit und Kosten

Wer Bandmitglieder sucht, braucht ein Gesuch mit Instrument, Ort, Probezeit, Ziel und Kosten. So schreibst du es, so bekommt es Antworten, und das klärt ihr beim ersten Treffen.

Ana Kovač · 4 Min. Lesezeit

Wer Bandmitglieder sucht, bekommt mit einem genauen Gesuch mehr passende Antworten. Ein gutes Gesuch nennt das Instrument, den Ort, den Probetag und die Kosten. Dazu sagt es, was ihr vorhabt: proben, ab und zu auftreten oder Konzerte gegen Gage. Wer das offenlässt, bekommt wenige Antworten oder viele, die nicht passen. Wie du eine Band überhaupt aufstellst, steht im Ratgeber Band gründen.

Was in ein Gesuch gehört

Ein Gesuch ist kein Lebenslauf der Band. Es beantwortet die Fragen, die sich jemand vor der ersten Nachricht stellt. Schreib die Eckdaten als kurze Liste:

  • Instrument oder Stimme: genau benannt, also «E-Bass» statt «Bass oder so».
  • Stil: die Richtung, an der ihr euch orientiert, mit Beispielen, die alle kennen.
  • Ort: Stadt und Quartier des Proberaums, nicht nur der Kanton.
  • Probezeit: Wochentag, Tageszeit und wie oft ihr probt.
  • Ziel: nur proben, gelegentlich auftreten oder regelmässig spielen gegen Gage.
  • Kosten: ob die Proberaummiete geteilt wird und nach welchem Schlüssel.
  • Niveau: was jemand mitbringen sollte, ehrlich beschrieben.

Den Punkt Kosten solltest du nicht weglassen. Wer neu dazukommt, will wissen, was jeden Monat vom eigenen Lohn weggeht. Schreib, ob die Miete auf alle verteilt wird. Sag auch, ob ein Anteil an Material, Transport oder Aufnahmen dazukommt. Steht der Betrag noch nicht fest, schreib, dass ihr ihn beim ersten Treffen klärt. Habt ihr noch keinen Proberaum, findest du Angebote unter Probelokale und Tipps im Ratgeber Probelokal finden.

Dasselbe gilt für Geld, das hereinkommt. Spielt ihr gegen Gage, sag, wie ihr sie bisher verteilt. Gleiche Teile für alle ist eine Antwort, «Gage geht in die Bandkasse» eine andere. Beides ist in Ordnung, solange es vorher im Gesuch steht. Als Richtwert für die Höhe einer Gage veröffentlicht Sonart, der Verband der Musikschaffenden, Honorarempfehlungen mit Rechner.

Wie dein Gesuch Antworten bekommt

Der Titel entscheidet, ob jemand dein Gesuch öffnet. Stell darum Instrument, Stil und Ort nach vorn. «Schlagzeug für Indie-Band in Basel gesucht» sagt mehr als «Wir suchen dich».

Eine Aufnahme sagt mehr als jede Stilbeschreibung. Eine Probe, mit dem Handy aufgenommen, reicht dafür. Lade sie in dein Profil hoch und verweise im Gesuch darauf. So weiss die Person vor dem ersten Kontakt, wie ihr klingt.

Beschreib euch in wenigen Sätzen: wie lange ihr schon zusammen spielt und was ihr schon gemacht habt. Lass Superlative weg. «Wir spielen eigene Songs und hatten erste Auftritte» ist konkreter als jede Begeisterung.

Antworte auf jede Nachricht, auch mit einer Absage. Wer nie etwas hört, meldet sich beim nächsten Gesuch vielleicht nicht mehr. Eine kurze Absage kostet dich wenig Zeit und hält die Szene in deiner Stadt freundlich.

Ist die Stelle besetzt, nimm dein Gesuch heraus. Sonst schreiben dir weiter Leute, die du dann vertrösten musst. Kommt keine passende Antwort, schreib das Gesuch neu, statt es unverändert zu wiederholen. Oft fehlt ein Punkt aus der Liste oben.

Wo und wann du suchst

Such dort, wo Musiker:innen ohnehin hinschauen. Dazu gehören die Rubrik Gesuche im Marktplatz und Anschlagbretter in Musikschulen und Proberaumhäusern. Auch Jam-Sessions und Musikgeschäfte in deiner Stadt sind gute Orte. Nenne überall denselben Ort und dieselbe Probezeit, damit kein Missverständnis entsteht.

Such früh genug, nicht erst unter Zeitdruck. Wer erst kurz vor einem Auftritt eine Bassistin sucht, nimmt die Erste, die zusagt. Bis ein erstes Treffen steht, kann es dauern.

Schau auch auf die Gegenseite: Auch wer eine Band sucht, kann ein Gesuch aufgeben. Lies diese Gesuche in deiner Region, bevor du dein eigenes schreibst. Vielleicht passt schon jemand, und du sparst dir die Wartezeit.

Das erste Treffen

Trefft euch beim ersten Mal an einem Ort, der öffentlich zugänglich ist. Ein Café oder der Eingang des Proberaumhauses eignet sich dafür. Sag jemandem Bescheid, wo du bist, wenn du die Leute noch nicht kennst.

Für die erste Probe einigt ihr euch vorher auf wenige Stücke. Schick die Aufnahmen oder Akkorde rechtzeitig, damit sich die neue Person vorbereiten kann. So hört ihr nach der Probe, ob es musikalisch passt, und nicht nur, wer gut vom Blatt spielt.

Klärt beim ersten Treffen das Geld, nicht erst nach Monaten:

  • Miete: wer wie viel zahlt und ab wann die neue Person mitzahlt.
  • Gage: wie ihr sie verteilt und was in eine gemeinsame Kasse geht.
  • Spesen: wer Fahrten und Material bei Auftritten vorschiesst und wie ihr abrechnet.

Haltet das Ergebnis kurz in einer Nachricht an alle fest. Dann gibt es später keinen Streit darüber, was abgemacht war. Klärt vor der ersten gemeinsamen Probe auch, wer den Schlüssel hat.

Vereinbart eine Probephase über einige Proben. Danach sagt jede Seite offen, ob es passt. Eine klare Absage nach der Probephase ist fairer als ein langsames Auseinanderdriften.

Was du jetzt tun kannst: Schreib dein Gesuch mit den Eckdaten aus der Liste oben und den Kosten pro Monat. Schau dir in der Rubrik Gesuche an, wer in deiner Region schon sucht, und gib dann dein eigenes Gesuch auf.

Gesuche im Marktplatz ansehen und eigenes aufgeben

Wie lang soll ein Gesuch für Bandmitglieder sein?

So kurz, dass es auf einen Bildschirm passt, und so lang, dass Instrument, Ort, Probezeit, Ziel und Kosten drinstehen. Eine Liste mit diesen Eckdaten und wenige Sätze über die Band reichen. Alles Weitere klärt ihr im ersten Gespräch.

Soll ich im Gesuch sagen, was das Mitspielen kostet?

Ja. Wer neu dazukommt, will wissen, ob die Proberaummiete geteilt wird und was sonst dazukommt. Steht der Betrag noch nicht fest, schreib, dass ihr ihn beim ersten Treffen klärt. So weiss die Person, dass es Kosten gibt, und erlebt keine Überraschung.

Was mache ich, wenn auf mein Gesuch niemand antwortet?

Prüf zuerst, ob Instrument, Ort und Probezeit im Titel oder ganz oben stehen. Füg eine Aufnahme hinzu und schreib das Gesuch neu, statt es unverändert zu wiederholen. Lies auch die Gesuche von Musiker:innen, die selbst eine Band suchen, und schreib ihnen direkt.

Wo treffe ich mich beim ersten Mal mit Leuten aus einem Gesuch?

An einem Ort, der öffentlich zugänglich ist, etwa in einem Café oder vor dem Proberaumhaus. Sag jemandem Bescheid, wo du bist. Die erste Probe im Raum folgt, wenn das Gespräch gepasst hat.