Bericht · Arbeit & Geld
Musikabsolvent:innen sind ein Jahr nach dem Studium häufiger erwerbslos als der Durchschnitt
Der Fachbereich Musik, Theater und andere Künste hat bei den FH-Bachelors die höchste Erwerbslosenquote. Gleichzeitig finden Musikschulen auf dem Land kaum Lehrpersonen.
Ein Jahr nach dem Abschluss sind Musiker:innen mit Fachhochschuldiplom häufiger erwerbslos als der Durchschnitt aller Fachhochschul-Absolvent:innen. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS), die die Schweizer Musikzeitung am 18. September 2026 ausgewertet hat.1
In der Hochschulabsolventenbefragung des BFS hat der Fachbereich «Musik, Theater und andere Künste» beim FH-Bachelor mit 10,8 Prozent die höchste Erwerbslosenquote aller Fachbereiche, gemessen nach der Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO).2 Befragt wurde 2025 der Abschlussjahrgang 2024.2 Beim FH-Master liegt der Bereich laut Musikzeitung mit 8,2 Prozent auf Platz zwei, hinter Design.1
Nur für Musikberufe hat das BFS auf Anfrage der Musikzeitung eigene Werte errechnet: 5,4 Prozent bei den Bachelors, 9,0 Prozent bei den Masters.1 Das Amt rät, diese Zahlen wegen breiter Vertrauensintervalle mit Vorsicht zu lesen.1 Zum Vergleich: Über alle Fachhochschul-Richtungen liegen die Quoten bei 4,9 Prozent (Bachelor) und 6,2 Prozent (Master).1 Gezählt wurde, wer ein Jahr nach dem Abschluss erwerbslos ist. Über Einkommen und darüber, ob die Erwerbstätigen in der Musik arbeiten, sagen diese Quoten nichts.
Gleichzeitig suchen Musikschulen Lehrpersonen. «Vor allem für ländliche Musikschulen ist es schwierig, insbesondere in begehrten Fächern wie Klavier und Gitarre», sagt Philippe Krüttli, Präsident des Verbands Musikschulen Schweiz (VMS), gegenüber der Musikzeitung.1 Oft fehle es laut Musikzeitung nicht an Bewerbungen, sondern an der Qualifikation; viele Kandidierende aus dem Ausland beherrschten die Landessprachen zu wenig, sagt Krüttli.1 Er sieht aber auch die eigene Branche in der Pflicht: Unterrichten müsse attraktiver werden, beim Zeitfenster, bei der Jobsicherheit und bei den Pensen.1
In Graubünden koordinieren sich die Musikschulen, um Lehrkräften seltener gewählter Instrumente ein insgesamt attraktives Pensum anbieten zu können, sagt Urban Derungs, Leiter der Musikschule Chur.1 VMS und die Konferenz Musikhochschulen Schweiz (KMHS) arbeiten laut KMHS-Präsident Valentin Gloor gemeinsam an Nachqualifikationen für Musiker:innen, die erst später in die Pädagogik wechseln, und haben Mindeststandards für Kenntnisse der Landessprachen definiert.1
Der Trend betrifft nicht nur die Musik: Beim FH-Bachelor stieg die Erwerbslosenquote ein Jahr nach dem Abschluss über alle Fachbereiche zwischen 2023 und 2025 von 3,4 auf 4,9 Prozent.2 Als häufigsten Grund für Schwierigkeiten bei der Stellensuche nannten die Absolvent:innen fehlende Berufserfahrung.2
Was du jetzt tun kannst: Wenn du Unterricht als Standbein prüfst, schau über die Zentren hinaus. Laut VMS sind gerade auf dem Land Stellen in Klavier und Gitarre schwer zu besetzen.1 Musikschulen in deiner Region findest du im Verzeichnis.
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Quellen
- [1] Viele Schweizer Musiker sind erwerbslos – warum eigentlich? Schweizer Musikzeitung · 18.09.2026 · Medienbericht musikzeitung.ch abgerufen am 10.10.2026
- [2] Die Erwerbslosigkeit der Hochschulabsolventinnen und -absolventen ist zwischen 2023 und 2025 gestiegen Bundesamt für Statistik (BFS), veröffentlicht über das SBFI · 27.08.2026 · Primärquelle sbfi.admin.ch abgerufen am 10.10.2026
KI hat diesen Text aus den Quellen oben geschrieben. Die Redaktion hat ihn am 10. Oktober 2026 freigegeben. So arbeitet die Redaktion